Meerwasseraquaristik
Die Unterwasserwelt zu Hause!
Verdunkelung fürs Tiefseeaquarium
Die Tiefsee ist lichtlos, beginnt ca. 800 m unter der Meeresoberfläche und ist bis zu 11.000 m tief. Hier gibt es keine Pflanzen, kalte Temperaturen und einen Druck von ca. 1000 bar bei 10.000 Meter Tiefe. Aus diesem Grund ist die Tiefsee zwar sehr faszinierend und geheimnisvoll, aber auch weitestgehend unerforscht, gerade mal zu ca. 1% und das obwohl 70% des Meeres Tiefsee sind. Spannend wird es, wenn man einige der wenig entdeckten Tiefeseefische, bei denen es sich hauptsächlich um Räuber und Aasfresser handelt, in einem Aquarium hält, was bei Privatpersonen jedoch kaum möglich sein wird. Doch in einigen großen Meeresaquarien in Museen kann man sich die interessanten Tiefseefische angucken. Wichtig ist hier jedoch eine Verdunkelung, die der Tiefsee entsprechen sollte, weshalb meist ein Plissee zur Verdunkelung eingesetzt wird. Nur sanftes Licht erhellt den Raum und die Aquarien, wobei einige Tiefseefische auch leuchten, wie z.B. der Tiefseeanglerfisch. Man geht davon aus, dass sie damit andere in der Tiefsee lebende Fische anlocken wollen, um Beute zu machen. Der Anglerfisch trägt das Licht dabei wie eine Angel direkt vor seinem Maul, sodass er nur noch zuzuschnappen braucht.
Tannenzapfenfische leuchten ebenfalls, aber mit Hilfe von Bakterien, die Licht an ihrem Unterkiefer erzeugen – Biolumineszenz genannt. Einzigartig ist auch die Japanische Riesenseespinne, die eigentlich eine Krebsart ist – die größte Lebende sogar, und die ein Gewicht zwischen 10 und 20 kg erreicht. Wichtig für das Tiefseeaquarium ist nicht nur die Dunkelheit, die Sie z.B. mit Lamellen der Jalousie erreichen, sondern auch der Druck und die Ernährung. Aus diesem Grund beschäftigen sich auch kaum große Meeresaquarienbetreiber damit, da auch das Fangen der Fische keine leichte Aufgabe ist und extreme Kosten verursacht. Werden die Tiere zur Forschung aus der Tiefsee geholt, gehen die Forscher z.B. etappenweise vor, um die Fische nach und nach an andere Druckverhältnisse zu gewöhnen. Doch vielleicht ist es manchmal sogar besser, die urzeitlich aussehenden Kreaturen lieber in der unentdeckten Tiefsee zu lassen. Denn auch ein „normales“ Meeresaquarium kann faszinierend sein!